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Nur zugeguckt
nie dabei gewesen
nie abgeruckt
immer an der Wand entlang
kein Griff gehabt
nichts zugetraut
nichts abgeschaut
... dafür ist die Straße jeden Morgen leer
ich kenn den Blick in die Flucht
ich vermisste ihn zu sehr
zu Hause gibt es keine Schlucht
... dafür sitz ich auf der Bank vor der Post
neben mir wächst verlassen das Gras
Zweige wiegen im Wind aus Ost
dafür halte ich kontrolliert Maß
Nur kommentiert
und dies nur still
ihr lacht mich aus
ich denke was ich will
habe mich stets gedrückt
still hat mir der Kopf geraucht
habe keinen Schweiß verbraucht
... dafür schläft ganz früh die Stadt
sie summt und simmert im Alltagsgrau
ihr wisst gar nicht was dieses Summen hat
in eurem Terminplanstau
... dafür schlafe ich gern allein und es ist kalt
die Wände schlucken jeden Ton
an der Wand entlang werde ich sehr alt
ich höre nicht mal euren Hohn.
25. März 2002
Matthias schreibt sowohl Gedichte als auch Kurzgeschichten. Besonders schätze ich an seinen Texten die
breite, literarische Stilvielfalt, dass sowohl Ernsthaftigkeit als auch humorvolle Kuriosität breit gefächert sind
und sie immer wieder sehr individuelle Wortschöpfungen beinhalten. Matthias betreibt ein sehr gut betreutes Literaturforum
für alle Literatouristen. :-)
Weißt Du es auch?
(von Reinhard Lehmitz)
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dem Himmel
habe ich es gedacht
der Sonne zugeblinzelt
es dem Mond erzählt
den Sternen geschwiegen
der Erde
habe ich es gestreichelt
dem Wasser zugerufen
es der Luft gehaucht
dem Feuer geflüstert
sie alle wissen es...
weißt du es auch?
Reinhard Lehmitz
(Aquarius)
MUSTER
Wörtliche Liebe
(von Reinhard Lehmitz)
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man fasst
nach Worten
um sie zärtlich
an sich
zu binden
erfassen dann
die Worte
lassen sie
nicht mehr
los
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wahre Geschichten leben
die Poesie macht sie unsterblich
*Aquarius*
Traumbotschaft
(von Reinhard Lehmitz)
Auf unseren Wegen
Zu unbekannten Horizonten
Verschwimmen die Gedanken
In Raum und Zeit
Zu einem kosmischen Flimmern
Ein zärtlicher Rückblick
Auf das Wunderwerk Erde
Brennt sie in uns ein
Die zwei Hoffnungen
Einer blauen Oase
Ewige Liebe und Freundschaft
Heißt die Botschaft
An andere Welten
Wird man uns glauben
Wenn wir ankommen?
Oder weiß man dort auch
um Träume...?
*Aquarius*
Aquarius schreibt engagiert in mehreren Literaturforen - so
in meinen 'Literarischen Kabinettstückchen' und in der Schreibwerkstatt von Capri.
Seine Texte beinhalten eine Fülle von romantischen Gedichten und Betrachtungen, die
meiner Meinung nach lyrische Brillianz gepaart mit Weißheit und Romantik auszeichnet und
welche ich sehr schätze.
MUSTER
Wirklich?
(*Capri*)
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Kann man durch die Fenster sehen?
Wirklich sehen?
Nebelschwaden, die am Himmel
wie auf Erden ziehen.
Kann man durch die Bäume leben?
Wirklich leben?
Holzsplitter, die sich
durch Hand und Herzen ziehen.
Kann man durch die Haut spüren?
Wirklich spüren?
Gefühlswellen, die
durch Mark und Bein ziehen.
Kann man durch die Menschen lieben?
Wirklich lieben?
Wärmestrahlen, die
durch Leib und Seele ziehen.
Wenn man von Wärme und Gefühl spricht,
sollten Holzsplitter
in den Nebelschwaden verschwinden.
Silke Klaassen- Boehlke
*Capri"
MUSTER
Schau zu mir
(von Capri )
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Schau zu mir,
sind die Träume
in denen wir sterben
nicht die Besten?
Schau zu mir,
sind die Wege
in denen wir im Kreis gehen
nicht die Besten?
Schau zu mir,
sind die Lektionen
bei denen wir sitzen und weghören
nicht die Besten?
Schau zu mir,
Sind sie Tränen
mit denen wir unsere Gläser füllen,
nicht die Besten?
Schau mich an
und schüttel verneinend
den Kopf!
Sicher?
~~~~~~~~~~~~
*Capri* Silke Klaassen- Boehlke
Silke ist eine engagierte Hobbyautorin, die bereits einige Bücher rausgebracht hat,
mit phantasievollen, maritimen Geschichten und märchenhaften Texten. Sie lässt einen
eintauchen in eine Welt sprühender-fabelhafter Beschreibungen in märchenhaftem Stil. Quasi ist sie
der schwesterliche Gegenpart zu mir ;-), denn sie ist die Wortfinderin, während ich die Wortsucherin bin.
Schatten meiner Selbst
(von Jana Schenke-Krämer )
)
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Der Schatten meines Selbst
Gefolgt vom eigenen Schatten
vorbei am purpurrotem Mohnblumenfeld
angehaucht vom giftgrünem Sauerampfer
Speichel leckende Spur einer tiefschwarzen Nachtschnecke
entlang dem fettfleischigem Grasstängel
Vorbei am wilden Fluss, der unruhig die Landschaft streift
noch immer gefolgt vom eigenen Schatten
Geistesentwichene Flucht vor dem eigenen Ich
im Spürsinn meiner Leere, willenloses Dasein
sehne ich mich nach meiner Identität
Verzweifelt schaue ich in den Spiegel
und sehe nichts - keine Gestalt die mich umgibt
lodernde Flammen brennen sich durch mein Herz
lichtdurchflutet, doch es bleibt dunkel
nach der Seele suchend - erkenne ich - ich bin ein Nichts
Noch immer gefolgt vom eigenen Schatten
renne ich den langen Tunnel entlang
die Röhre so eng, dass ich kaum stehen kann
sehe ich doch am Ende ein kleines Licht
Schritt für Schritt dem goldenen Schein näher
Spüre wieder Wärme die mich umgibt
Das Ende des Tunnels endlich erreicht
grelles Licht welches mich blendet
bunte Blumenwiese auf der ich stehe
wärmende Gefühle durchwandern meinen Körper
wieder eins mit meinem Ich
Ohne gefolgt vom eigenen Schatten
Jana Schenke-Krämer (2002)
Jana schreibt sowohl Gedichte als auch Kurzgeschichten in einem sehr dem Leben zugewandten Stil,
ohne Beschönigungen, aus eigenster, persönlicher Sicht, in eindringlichen und wechselvollen Bildern.
Thematisch weisen unsere Texte oft Parallelen auf. Ihr Stil spricht mich an und ich kann mich oft
in ihren Texten wiederfinden.
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